Anquatschversuch vom VS

In den letzten Wochen kam es in Karlsruhe wieder zu Anquatschversuchen in linken Zusammenhängen. Damit ihr schon mal wisst, wie solche Anquatschversuche durch Geheimdienste in der Regel ablaufen und ihr euch vorbereiten könnt, dokumentieren wir die beiden Fälle hier.

Die betroffene Person des ersten Falls wurde Anfang Januar von einer Frau und einem Mann mittleren Alters (ca. 30-35 Jahre alt) daheim, im Umkreis von Karlsruhe, aufgesucht. Dabei gaben sie sich als Verfassungsschutz aus. Genaueres Aussehen konnte nicht mehr nachvollzogen werden. Da die beiden die gesuchte Person nicht angetroffen hatten, sondern ein anderes Familienmitglied, kontaktierten sie die eigentlich gesuchte Person zwei Wochen später über das private Handy.

Eine Frauenstimme wies sich als Mitarbeiterin des Verfassungsschutzes aus und gab an, Informationen über die rechte Szene zu sammeln. Dabei erbat sie Hilfe von der befragten Person. Dies sei, so die Frau am Telefon, doch in beiderseitigem Interesse. Die befragte Person verweigerte jegliche Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst, woraufhin das Telefonat beendet wurde.

Anfang März kam es erneut zu einem Anquatschversuch. Ein Herr Buchner klingelte bei der betroffenen Person und bat sie über die Gegensprechanlage an die Haustür zu kommen, er wolle sich unterhalten. Als die Person die Tür öffnete stellte sich Herr Buchner und seine Kollegin vor, sagten sie seien „vom Amt“ und würden sich gerne unterhalten.
Daraufhin verlangte die betroffene Person einen Ausweis, woraufhin sich beide als Beamten des Verfassungsschutzes auswiesen. Die Person beendete sofort das Gespräch und schloss umgehend die Tür.
Herr Buchner ist 40 – 50 Jahre alt, ca. 1,90m groß und hat längeres, braunes Haar. Er trug eine braune Lederjacke, eine dunkle Hose und hatte ein sehr höfliches auftreten. Seine Kollegin war 35 – 40 Jahre alt, ca. 1,70m groß und hat schwarze Haare.

Solche Anquatschversuche sind leider keine Seltenheit und können jedem von uns passieren. Solche Versuche dienen nur dazu, Informationen über linke Zusammenhänge oder Einzelpersonen herauszufinden oder betroffene Personen einzuschüchtern und unter Druck zu setzen.

Auch hier gilt wie immer: Ruhe bewahren und keine Aussagen machen!
Verweigert konsequent jedes Gespräch. Bei jeder noch so kleinen Diskussion können unter Umständen ungewollt Informationen preisgegeben werden. Noch viel gefährlicher sind aber die Versuche, zum Schein auf die Anwerbung einzugehen, um Informationen vom Verfassungsschutz herauszubekommen. Die Mitarbeiter*Innen vom VS sind psychologisch geschult und genau auf solche Situationen trainiert. Ihr zieht dabei den Kürzeren.
Prägt euch das Aussehen der Personen ein, erfragt den Namen und schreibt euch gegebenenfalls das Modell des Autos und das Kennzeichen auf. Auch ein Gedächtnisprotokoll ist für die Zukunft hilfreich.

Wer Betroffene*r ist von so einem Versuch, die*der sollte offen in seinem Umfeld damit umgehen und den Vorfall zudem der örtlichen Rechtshilfegruppe, z.B. der Roten Hilfe, oder einer anderen Antirepressionsgruppe melden.
So ein Anquatschversuch macht Angst und unsere wirksamste Waffe dagegen ist ein offener und vertrauensvoller Umgang miteinander. Es ist nie zu spät sich mit Freunden über so eine Anquatsche zu unterhalten, auch wenn ihr das Gefühl habt etwas falsch gemacht zu haben.

So könnt ihr euch und andere schützen.

Weitere Infos gibt es hier.


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