Archiv für März 2018

OAT am 05.04.

Liebe AntifaschistInnen,

am Donnerstag, den 05. April findet das nächste Offene Antifaschistische Treffen (OAT) im Stadtteilladen Barrio137 statt.

Auf der Tagesordnung steht bisher:

- Berichte
- Repression
- IB
- Kandel
- Antifa-Abend
- Sonstiges

Gerne könnt ihr noch weitere Themen einbringen.

Ort: Luisenstraße 31, 76137 Karlsruhe
Datum: 05.04.18 (immer am 1. Donnerstag im Monat)
Zeit: 19:30 Uhr

anreise nach kandel am 24.03.

Aus Karlsruhe wird es am 24.03. eine gemeinsame Zuganreise nach Kandel geben. Dazu treffen wir uns um 12:40 Uhr am Südausgang vom Karlsruher Hauptbahnhof. Der Zug fährt um 13:06 Uhr von Gleis 102 ab.

Hier bekommt ihr Infos über Anreisen aus anderen Städten.

Sagt euren Freund*innen bescheid, bildet Bezugsgruppen und kommt am Samstag mit nach Kandel um gegen das Bündnis von AfD und Nazis zu demonstrieren!

Aufruf zu den gegenprotesten in kandel am 24.03.

Hier der Aufruf vom Bündnis „Eingreifen, wenn es wichtig ist“ zum kommenden rechten Aufmarsch in Kandel:

„Bereits drei Mal seit Jahresbeginn marschierten bis zu 3000 Rechte und Nazis durch die Kleinstadt Kandel in der Südpfalz. Kandel, das nur ca. 20 Minuten von Karlsruhe entfernt liegt, wurde von Nazis und RassistInnen ausgewählt, weil dort Ende des vergangenen Jahres eine 15-jährige, junge Frau von ihrem Ex-Freund brutal erstochen wurde. Wie man sich denken kann, geht es den meist männlichen Demonstranten nicht um Gewalt an Frauen oder einer prinzipiellen Gegnerschaft zur Unterdrückung der Frau: Wäre der Täter nicht als Geflüchteter nach Deutschland gekommen, wäre der tragische Tod der jungen Frau – wie so häufig bei Fällen patriarchaler Gewalt – als Randnotiz in den Zeitungen verhallt.

Die Märsche der Nazis und RassistInnen in Kandel zeigen für Süddeutschland eine neue Qualität rechter Aktivitäten. Offiziell angeführt von der AfD marschieren hier monatlich bis zu 3000 Personen, die das gesamte Spektrum rechts der CDU abdecken – mit offener Beteiligung faschistischer Kräfte wie etwa Nazihools, JN und „Identitärer Bewegung“.

Hier wird das gesamte rechte Wutbürger-Potenzial, das mit der AfD sympathisiert, sich aber außerhalb der Facebook-Kommentarspalten im Süden nur sehr ungern in der Öffentlichkeit zeigt, mobilisiert. Anders als beispielsweise bei den Anfängen von Pegida in Dresden, ist die AfD nicht mehr politisch dazu gezwungen sich formal von den glatzköpfigen Schlägerhorden zu distanzieren. Diese Entwicklung einer immer niedrigeren Hemmschwelle, Seite an Seite mit bekennenden, klar und deutlich zu erkennenden Faschisten zu demonstrieren, ist ein neuer, ganz praktischer Ausdruck des politischen Rechtsrucks.

Es mag befremdlich klingen, hat man doch noch nie in seinem Leben von dem kleinen, idyllischen Ort gehört; doch die Demos in Kandel sind nach eigenen Aussagen rechter Vordenker, ein zentrales, strategisches Projekt neben den Märschen in Berlin und Hamburg. Hier soll das Zusammenwirken parlamentarischer Rechter und „der Bewegung auf der Straße“ unter der Führung der AfD geprobt und sich – wenn auch nur temporär – eine Stadt genommen werden. Was diese „temporären NS-Areas“ für MigrantInnen, Linke oder Andere bedeutet, ist unschwer vorzustellen.

Es liegt an uns AntifaschistInnen, diese Entwicklung ernst zu nehmen und dementsprechend zu reagieren. Es geht in Kandel nicht nur darum einen weitere, vielleicht etwas größeren rechten Marsch bestenfalls zu verhindern. Es geht um mehr: Die Rechten machen uns ganz direkt den öffentlichen Raum streitig. Wenn falsche Mehrheiten entstehen und der rechte Mob unbehelligt durch die Straßen zieht und NazigegnerInnen angreift, dann ist das ein Problem. Und zwar ein großes.

Es liegt an uns sich diesen Zuständen anzunehmen. Wir müssen alles daran setzen, den Nazis und RassistInnen ihre Gewissheit zu nehmen, dass eine Stadt für einen Tag ihnen gehört. Die Mittel einer solchen Verteidigung des öffentlichen Raums sind vielfältig und nach Notwendigkeit zu wählen; nur so schaffen wir es der Normalisierung rechter Gewalt nicht tatenlos gegenüber zu stehen und mit anzuschauen, wie der Gegner immer stärker wird.

Daher: Antifas aus dem Südwesten – alle nach Kandel! Bereitet euch vor – den Nazis keinen Fußbreit!“

Weitere Infos zu den Gegenprotesten findet ihr unter eingreifen.blogsport.eu, oder auf Facebook unter: www.facebook.com/Kandel-Eingreifen-wenn-es-wichtig-ist

Anquatschversuch vom VS

In den letzten Wochen kam es in Karlsruhe wieder zu Anquatschversuchen in linken Zusammenhängen. Damit ihr schon mal wisst, wie solche Anquatschversuche durch Geheimdienste in der Regel ablaufen und ihr euch vorbereiten könnt, dokumentieren wir die beiden Fälle hier.

Die betroffene Person des ersten Falls wurde Anfang Januar von einer Frau und einem Mann mittleren Alters (ca. 30-35 Jahre alt) daheim, im Umkreis von Karlsruhe, aufgesucht. Dabei gaben sie sich als Verfassungsschutz aus. Genaueres Aussehen konnte nicht mehr nachvollzogen werden. Da die beiden die gesuchte Person nicht angetroffen hatten, sondern ein anderes Familienmitglied, kontaktierten sie die eigentlich gesuchte Person zwei Wochen später über das private Handy.

Eine Frauenstimme wies sich als Mitarbeiterin des Verfassungsschutzes aus und gab an, Informationen über die rechte Szene zu sammeln. Dabei erbat sie Hilfe von der befragten Person. Dies sei, so die Frau am Telefon, doch in beiderseitigem Interesse. Die befragte Person verweigerte jegliche Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst, woraufhin das Telefonat beendet wurde.

Anfang März kam es erneut zu einem Anquatschversuch. Ein Herr Buchner klingelte bei der betroffenen Person und bat sie über die Gegensprechanlage an die Haustür zu kommen, er wolle sich unterhalten. Als die Person die Tür öffnete stellte sich Herr Buchner und seine Kollegin vor, sagten sie seien „vom Amt“ und würden sich gerne unterhalten.
Daraufhin verlangte die betroffene Person einen Ausweis, woraufhin sich beide als Beamten des Verfassungsschutzes auswiesen. Die Person beendete sofort das Gespräch und schloss umgehend die Tür.
Herr Buchner ist 40 – 50 Jahre alt, ca. 1,90m groß und hat längeres, braunes Haar. Er trug eine braune Lederjacke, eine dunkle Hose und hatte ein sehr höfliches auftreten. Seine Kollegin war 35 – 40 Jahre alt, ca. 1,70m groß und hat schwarze Haare.

Solche Anquatschversuche sind leider keine Seltenheit und können jedem von uns passieren. Solche Versuche dienen nur dazu, Informationen über linke Zusammenhänge oder Einzelpersonen herauszufinden oder betroffene Personen einzuschüchtern und unter Druck zu setzen.

Auch hier gilt wie immer: Ruhe bewahren und keine Aussagen machen!
Verweigert konsequent jedes Gespräch. Bei jeder noch so kleinen Diskussion können unter Umständen ungewollt Informationen preisgegeben werden. Noch viel gefährlicher sind aber die Versuche, zum Schein auf die Anwerbung einzugehen, um Informationen vom Verfassungsschutz herauszubekommen. Die Mitarbeiter*Innen vom VS sind psychologisch geschult und genau auf solche Situationen trainiert. Ihr zieht dabei den Kürzeren.
Prägt euch das Aussehen der Personen ein, erfragt den Namen und schreibt euch gegebenenfalls das Modell des Autos und das Kennzeichen auf. Auch ein Gedächtnisprotokoll ist für die Zukunft hilfreich.

Wer Betroffene*r ist von so einem Versuch, die*der sollte offen in seinem Umfeld damit umgehen und den Vorfall zudem der örtlichen Rechtshilfegruppe, z.B. der Roten Hilfe, oder einer anderen Antirepressionsgruppe melden.
So ein Anquatschversuch macht Angst und unsere wirksamste Waffe dagegen ist ein offener und vertrauensvoller Umgang miteinander. Es ist nie zu spät sich mit Freunden über so eine Anquatsche zu unterhalten, auch wenn ihr das Gefühl habt etwas falsch gemacht zu haben.

So könnt ihr euch und andere schützen.

Weitere Infos gibt es hier.

Weitere rechte Aufmärsche in Kandel geplant

Am 03.03. marschierten ca. 4000 Rechte, darunter viele offene, gewaltbereite Faschist*innen, durch Kandel. Nun hat das Bündnis „Kandel ist überall“ angekündigt, am 24.03. erneut in Kandel aufzumarschieren. Zusätzlich dazu hat Marco Kurz, Anmelder der „Gegen-Gegen-Demo“, geplant jeden ersten Samstag im Monat eine Demo zu veranstalten.
Neben dem 07.04. sind das folgende Termine:
05.05.,
02.06.,
07.07.,
04.08.,
01.09.,
06.10.,
03.11.,
01.12..
Alle Antifaschist*innen sind in der Pflicht dagegen auf die Straße zu gehen um zu verhindern, dass sich hier eine „West-Pegida“ etabliert!
Achtet auf weitere Ankündigungen!