Archiv für September 2015

„Steh auf für Deutschland“ blockieren !

Am 26.09. will die Gruppe „Steh auf für Deutschland“ in Bruchsal
aufmarschieren und ihr menschenverachtendes und fremdenfeindliches
Weltbild auf die Straße tragen. Dem wollen wir uns mit Euch gemeinsam
entschlossen entgegenstellen! Aus Karlsruhe wird es eine gemeinsame
Anreise mit der Bahn geben.

Verbreitet diesen Aufruf weiter und kommt alle am Samstag (26.09.) um

11:45 Uhr an den Südeingang des Karlsruher Hauptbahnhofs.

demo bruchsal

Getroffen hat es einen, gemeint sind wir alle! Aufruf zur Prozessbeobachtung!

Über vier Jahre nach der erfolgreichen Blockade des damals größten Naziaufmarsches Europas in Dresden, versucht die Stuttgarter Staatsanwaltschaft immer noch den antifaschistischen Erfolg von 2011 zu kriminalisieren. Bis zu 7.000 Faschisten marschierten auf den Straßen Dresdens zum Jahrestag der Bombardierung der Stadt am 13. Februar 1945. Dennoch gelang es 2010 10.000 AntifaschistInnen den Aufmarsch der Faschisten erstmalig zu blockieren. Im darauffolgenden Jahr gelang dies erneut und so wurde dem faschistischen Spektakel vorerst ein Ende bereitet. Im Nachgang folgte eine groß angelegte Kriminalisierungswelle. Einen regionalen Schwerpunkt bildet dabei Stuttgart. Es kam zu überfallartigen Hausdurchsuchungen, DNA Entnahmen und gerichtlichen Verfahren. Bei einem der Betroffenen wurde das Verfahren an die Staatsanwaltschaft Stuttgart übermittelt, die Klage sowie der Antrag auf Haftbefehl wurden jedoch vom Landgericht abgelehnt.

Damit ließ sich die Stuttgarter Staatsanwaltschaft in ihrem Kriminalisierungswahn nicht stoppen. Sie erhob erneut, mit der selben Anklageschrift, die vom Landgericht abgelehnt wurde, beim Amtsgericht Anklage, jedoch ohne den Vorwurf des versuchten Totschlags. So absurd es klingen mag, das Verfahren findet tatsächlich statt. Dass antifaschistisches Engagement notwendig ist, zeigt die seit 2011 vergangene Zeit leider nur allzu deutlich.

Getroffen hat es einen, gemeint sind wir alle!
Antifaschismus bleibt legitim! Prozesstermine:
Mittwoch, 23.9. | 12:30 Uhr
Donnerstag, 1.10. | 9.00 Uhr
Donnerstag, 08.10.| 9.30 Uhr
Amtsgericht Stuttgart (Hauffstr. 5, 70190 Stuttgart)

„Steh auf für Deutschland“ die Tour vermiesen!

Seit Anfang des Jahres verbreiten rechte Bewegungen verstärkt ihre Hetze in und um Karlsruhe. Zu diesen Gruppierungen gesellt sich nun eine Weitere. Unter dem Namen „Steh auf für Deutschland“ ( SafD ) wird in fanatischen Aufrufen, rassistischer Propaganda und fragwürdiger Sprache gegen Geflüchtete gehetzt und gleichzeitig in NPD-Manier zum Schutz und Unterstützung für Deutsche aufgerufen.

„Steh auf für Deutschland“ agiert unabhängig vom „Widerstand Karlsruhe“ ( ehemalig Kargida ) und ist vor allem im Karlsruher Umland aktiv. SafD ruft dazu in den nächsten Wochen zur Teilnahme an verschiedenen Demonstrationen auf, wie in Bruchsal, Wiesental, Bretten, Heidelberg, Karlsruhe und Sinsheim. Der öffentlichen Internetpräsenz nach zu urteilen, wird diese Gruppe größtenteils von einer einzelnen Person geführt.
Der Initiator und treibende Kraft, Mathias Bückle, ist ein bekannter Rechtsradikaler aus Bruchsal, der schon bei Kargida und später Widerstand Karlsruhe als Gast, Orga-Mitglied und Redner aktiv war. Zudem pflegt er Kontakte zu den Berserkern Pforzheim. Seine Einstellung spiegelt sich ganz offen in seinen Facebooklikes wieder. Dort hat er unter anderem für die NPD und den Nationalsozialismus seinen Daumen nach oben gegeben. Zu ihm lässt sich noch sagen, dass er eine von Grund auf Gescheiterte Person ist, die bereits aus diversen Vereinen herausgeworfen wurde – darunter die freiwillige Feuerwehr. Er sieht in SafD offensichtlich die Möglichkeit auch einmal ins Rampenlicht, dass er bei Widerstand Karlsruhe erfuhr, zu treten und sich als Führungsperson öffentlich darzustellen.

Im Positionspapier fordert „Steh auf für Deutschland“ unter anderem verschiedenste politische Maßnahmen, wie, Zitat:
-„Bessere Informationen für die Bürger z.B. bei neuen Gesetzen oder Änderungen einfach formulierte und Einheitliche Regelungen welche nicht von Bundesland zu Bundesland anders ist“
-„Wirtschaftsflüchtlinge können nicht geduldet werden (Wo nur wegen dem Geld kommen)“
-„Eine eigene Währung wie vor dem Eintritt in die EU zum Beispiel: Deutsche Mark“

Auf der Onlinepräsenz von „Steh auf für Deutschland“ hetzt Mathias Bückle gegen Geflüchtete, in dem er die Stigmatisierung vom „Kriminellen Ausländer“ vorantreibt. Es finden sich dort diverse Links die von Überfällen berichten, welche angeblich durch mutmaßliche Ausländer und Flüchtlinge durchgeführt wurden. Dies ist vordergründig die Intention von SafD – Hetze gegen Flüchtlinge, im Sinne der Erhaltung des deutschen Volkes. Die Artikel werden nach dem Gutdünken von Mathias Bückle ausgewählt und gepostet, um damit ein Klima des Hasses aufzubauen.

Welches Klientel dies anzieht, war sehr gut auf der ersten von ihm organisierten Demonstration zu sehen. Die acht in Philippsburg anwesenden Personen bestanden nahezu vollständig aus betrunkenen rechten Hooligans, die gröhlend ihrem Unmut gegen Antifaschist_innen Luft machten („Antifa verrecke“) und offen ihre Gesinnung zeigten. („Wir sind keine Fußballfans, wir sind deutsche Hooligans“)

Es mag den Anschein erwecken, dass „Steh auf für Deutschland“ nur eine weitere kleine Gruppe ist und dass es aus diesem Grund nicht der Rede wert sei, diese im Auge zu behalten. Diese Einschätzung ist jedoch sehr gefährlich!

Mathias Bückle verfügt über gute Kontakte in die rechte Szene. So konnte er für eine seiner Demonstrationen den Vorsitzenden der NPD Rhein-Neckar, Jan Jaeschke als Redner gewinnen. Ebenso hat er Kontakt zu den Berserker Pforzheim, mit denen er schon mehrfach auf Demos aufgetaucht ist. Gepaart mit dem Organisieren von Demonstrationen in Dörfern und Kleinstädten und der aufstrebenden Hetze aus dem konservativen und bürgerlichen Lager, entsteht eine gefährliche Mischung, die ohne einen konsequenten Antifaschismus zu weiterem Nährboden für faschistisches Gedankengut wird.

Aus diesem Grund, achtet auf Ankündigungen, kommt zu den Gegendemonstrationen, beteiligt euch an den Protesten, schreitet ein und seht nicht weg! Es gibt keinen Platz für rassistisches Gedankengut. Nicht in den Städten, nicht im Netz und auch nicht auf dem Dorf.

Es gibt kein ruhiges Hinterland!

Auftritte von SafD:

26.09.15, 76646 Bruchsal, Otto Oppenheimer Platz -Fußgängerzone. Angemeldet ab 14 Uhr

10.10.15, 68753 Wiesental, Marktplatz, zwischen Mannheimer und Phillipsburger Straße. Angemeldet ab 14 Uhr

17.10.15, 75015 Bretten, Marktplatz, Weißhoferstraße, Nähe Cafe Eulenspiegel. Angemeldet ab 14 Uhr

24.10.15 , 69115 Heidelberg, Angemeldet ab 14 Uhr

31.10.15 , 76131 Karlsruhe

07.11.15, 74889 Sinsheim, Bahnhof Sinsheim, Friedrichstraße. Angemeldet ab 14 Uhr

Zugtreffpunkte zu den Gegenprotesten:

Zugtreffpunkt Gegenprotest für Bruchsal
Sa. 26.09.15 um 11:45 Uhr am Südeingang des Karlsruher Hbf

Zugtreffpunkt Gegenprotest für Wiesental
Sa. 10.10.15 um 12:00 Uhr am Südeingang des Karlsruher Hbf

Zugtreffpunkt Gegenprotest für Bretten
Sa. 17.10.15 um 11:30 Uhr am Nordeingang des Karlsruher Hbf

2. Antifaschistische Stadtrundgang

Am 04.10.2015 um 16 Uhr findet der zweite von uns organisierte Antifaschistische Stadtrundgang in Karlsruhe statt. Das Ganze startet diesmal am Alten- und Pflegezentrum St. Anna (Rüppurrer Str. 29) auf dem Südstadt Grünstreife. Es wird wieder begleitet von Jürgen Schuhladen-Krämer, einem bekannten Historiker der sich sehr intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt hat. Der Rundgang umfasst 6 Stationen und dauert ca. 2 Stunden. Kommt vorbei und lasst euch über die NS Vergangenheit von Karlsruhe informieren.

rundgang

Nazis Stoppen – am 22.09. in Karlsruhe !

Am 22. September wollen erneut die Neonazis und Rassist_innen vom „Widerstand Karlsruhe“ (ehemals: Pegida/Kargida) in Karlsruhe aufmarschieren. Dies wird nicht ohne unseren Protest und Widerstand vonstatten gehen.

Kommt nach Karlsruhe – beteiligt Euch an den Protesten und Aktionen!

Karlsruhe Kronenplatz | Dienstag, 22. September | 17:30 Uhr

Haltet Augen und Ohren offen und achtet auf aktuelle Ankündigungen!

Link zum aktuellen Flyer

Flyer 22.09.2015