Archiv für August 2015

„Widerstand Karlsruhe“ macht Urlaub – wir machen Party!

Das Antifaschistische Aktionsbündnis Karlsruhe (AAKA) lädt ein zur Sommerparty für mehr Solidarität mit Flüchtenden und gegen rechte Hetze im allgemeinen so wie im speziellen von „Widerstand Karlsruhe“. Wir, das Offene Antifaschistische Treffen Karlsruhe (OAT KA) sind Teil dieses Bündnisses und beteiligen uns an dieser Veranstaltung.

Seit Anfang des Jahres marschiert regelmäßig ein Mob aus Neonazis, rechten Hooligans und anderen unliebsamen Gestalten durch Karlsruhe. Zuerst nannten sie sich „Pegida-Karlsruhe“ – seit einigen Monaten nennen sie sich „Widerstand Karlsruhe“. Waren diese Aufmärsche zu Beginn eventuell noch ein Sammelbecken für alles rechts von der CDU, so sind sie mittlerweile zu einem harten Kern aus Neonazis und rechten Hooligans zusammengeschrumpft.

Seit Ende Juli, machen die RassistInnen eine Sommerpause, da sie vermutlich ihre Mobilisierung nicht über die heißen Monaten aufrecht erhalten konnten. Zuletzt waren es noch 36 Teilnehmende, was nicht zuletzt auf den entschlossenen Gegenprotest zurückzuführen ist.

Doch wir wollen keine Pause, sondern ein Ende der rassistischen Aufmärsche und Hetze von „Widerstand Karlsruhe“. Daher werden wir auch weiterhin gegen rechte Umtriebe aller Art auf die Straße gehen. Wenn sie Pause machen, nutzen wir die Zeit um uns neu aufzustellen, neue Kontakte zu knüpfen und natürlich auch um zu feiern, bevor wir uns am 22. September erneut den Nazis entgegen stellen.

Aus diesem Anlass wird am Dienstag, den 8. September 2015 ein Sommerfest auf dem Kronenplatz geben. An diesem Tag wird Ihr nicht nur mit Essens und Getränken sondern auch mit allerhand Informationen rund ums Thema versorgt. Im Verlauf des Abends werden Redebeiträge vorgetragen und die Hip-Hop/Reggae-Gruppe „Gute Gesellschaft“ wird Live performen.

Dienstag, 8. September 2015 // Kronenplatz Karlsruhe

ab 17 Uhr – Gemütliches Beisammensein bei erlesenen Speisen und Getränken

ab 18 Uhr – Reden und Reflexionen zum Thema „14mal Kargida&Co in KA“

19-22 Uhr – Open-Air-Tanzparty mit der Gruppe „Gute Gesellschaft“

Dienstag, 22. September 2015 // ab 17:30 Uhr // Kronenplatz Karlsruhe // Proteste gegen den Naziaufmarsch

Übergriffe auf Flüchtlinge an der Tagesordnung – Die Antifaschistische Aktion aufbauen!

An den 23. Jahrestagen der Pogrome von Rostock-Lichtenhagen steht im sächsischen Heidenau erneut ein hässlicher Mob vor einer Unterkunft für Asylsuchende. Der offen zur Schau gestellte Hass auf Fremde und Rassismus entlädt sich letztendlich in Straßenschlachten mit der Polizei. Dieses Schauspiel wiederholt sich an mehreren aufeinander folgenden Tagen.

Doch so bitter es auch ist, dieses Ereignis stellt nur die Spitze des Eisbergs dar. Täglich sind den Medien Berichte über Angriffe auf Asylsuchende und deren Unterkünfte entnehmbar. Diese finden im gesamten deutschen Bundesgebiet satt. Auch hier in Karlsruhe sind die Auswirkungen dieses Rechtsrucks in aller Deutlichkeit zu erkennen. So fand seit Februar diesen Jahres im Schnitt jede zweite Woche ein rassistisch motivierter Aufmarsch in Karlsruhe statt. Waren diese Aufmärsche („Pegida Karlsruhe“ – Jetzt: „Widerstand Karlsruhe“) zu Beginn eventuell noch ein Sammelbecken für alles rechts von der CDU, so sind sie mittlerweile zu einem harten Kern aus Neonazis und rechten Hooligans zusammengeschrumpft. Doch nicht nur mit rechter Hetze sondern auch mit direkten Aktionen können die RassistInnen in der Region aufwarten. In der Nacht zum Samstag, den 18. Juli 2015, wurde im nahegelegenen Remchingen (Enzkreis) ein Brandanschlag auf ein Haus, in dem Flüchtlinge untergebracht werden sollten, verübt. Das Gebäude wurde so stark beschädigt, dass es abgerissen werden muss. Die Polizei tappt derweil im Dunkeln. Die letzte erschreckende Meldung kam aus Weissach im Tal (Rems-Murr-Kreis). Dort brannte in den frühen Morgenstunden des 24. August 2015 ein Haus, das ebenfalls zur Unterbringung für Flüchtlinge vorgesehen war, vollständig nieder. Auch hier steht der Verdacht der Brandstiftung im Raum.

Diese wieder aufflammende rechte Gewalt geht einher mit der Hetze gegen Menschen anderer Herkunft, Sprache, Hautfarbe oder Religion, sowie auch gegen Linke und freiheitlich Denkende. Dabei wird bewusst die Wahrheit verkannt und Fakten verdreht, um die rassistischen und menschenverachtenden Ressentiments zu befeuern.

Zu den eingesessenen rechten Vereinigungen wie der NPD gesellen sich vergleichsweise junge Gruppen wie die „Alternative für Deutschland“ (AfD), die sehr weit rechts gestartet hat und immer weiter nach rechts driftet, die Neonazipartei „Die Rechte“ und nicht zuletzt die rassistische und fremdenfeindliche Pegida-Bewegung, deren Abspaltung „Widerstand Ost/West“ und andere. Diese Gruppierungen sprechen unterschiedliche gesellschaftliche Schichten an und versorgen diese unter anderem über soziale Medien wie Facebook tagtäglich mit ihrer menschenverachtenden Hetze, die an Opportunismus und Populismus nur schwerlich zu übertreffen ist.

Die rechte Bedrohung ist in Deutschland wieder ein Stück realer geworden. Dem gilt es etwas entgegen zu setzen!

Nicht zuletzt die Aufarbeitung der NSU-Mordserie, nach dessen Selbstendtarnung, die Unmengen an Verstrickungen zwischen organisierter rechter Szene und staatlichen Inlandsgeheimdiensten zu erkennen gibt, führt zu der Erkenntnis, dass wir uns hierbei nicht auf den Staat verlassen können, sondern selbst aktiv werden müssen. Informiert euch über die aktuelle politische Situation und diskutiert diese mit euren Freunden, in euren Wohngemeinschaften, an der Schule, an der Uni oder mit den KollegInnen im Betrieb. Organisiert euch in antifaschistischen Zusammenhängen, wie zum Beispiel dem Offenen Antifaschistischen Treffen Karlsruhe (OAT KA), oder gründet neue Gruppen. Lasst uns gemeinsam eine Öffentlichkeit für unser Anliegen schaffen und fortschrittliche Inhalte in die gesellschaftliche Diskussion tragen. Werdet aktiv, beteiligt euch an Protesten und anderen Aktionen! Es gilt die Antifaschistische Aktion aufzubauen und den notwendigen Selbstschutz zu organisieren!

Um der aktuellen Problematik der rechten Umtriebe aber auch der humanitären Katastrophe, die aus der Vielzahl von Flüchtlingen entstanden ist, nachhaltig zu begegnen gilt es die Verhältnisse, die unser Leben bestimmen, radikal – das heißt grundlegend – zu analysieren, zu hinterfragen und gegebenenfalls zu ändern. Zu diesen Verhältnissen gehört die aktuelle Politik, die von den in die weltweiten Konflikte involvierten Nationen betrieben wird, genauso wie das Wirtschaftssystem, das eine weltweite Bewegungsfreiheit für Waren, Geld und Kapital ermöglicht aber Menschen an den Grenzen aufhalten möchte.

Lasst uns gemeinsam kämpfen für eine bessere, eine solidarische Welt!

Hoch die internationale Solidarität!

Heidelberger Spitzeleinsatz rechtswidrig

Das heutige Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe endete mit einem Sieg auf der ganzen Linie: der Heidelberger Spitzeleinsatz war auch nach Sicht des Gerichts absolut unrechtmäßig. In den kommenden Tagen veröffentlicht der Arbeitskreis Spitzelklage, ausführliche Berichte zum Prozess.

Hier erstmal die Presseerklärung des AK Spitzelklage

freiheit

Beerdigung von Kevin / Dilsoz (YPG)

Am Samstag, den 22.08.2015, findet um 10.00 Uhr die Gedenkfeier und die Beerdigung für Kevin Jochim / Dilsoz Bahar in Karlsruhe statt.
Kevin Jochim ist am 6. Juli bei einem Gefecht mit den Terrorbanden des IS in Rojava gefallen. Er hatte sich bereits im November 2012 der kurdischen Befreiungsbewegung angeschlossen und kämpfte unter dem Namen Dilsoz Bahar in den Reihen der YPG für die Revolution in Rojava und gegen den Islamischen Staat.

Aufgrund der aktuellen politischen Lage in der Türkei und Kurdistan konnte der Leichnam von Kevin erst am 14. August 2015 jetzt von Erbil/Hewlêr mit dem Flugzeug nach Deutschland überführt werden. Zuvor wurde die Überführung des Leichnams und gemeinsam mit 12 weiteren Gefallenen der YPG/YPJ mehrfach am Grenzübergang Habur vom türkischen Staat aufgehalten und angegriffen. Hier zeigt sich die unmenschliche oder unmoralische Politik der Türkei, die sogar auf Kosten der trauernden Familienangehörigen weitergeführt wird.

Trotz eines in englischer und arabischer Sprache vorliegenden Autopsieberichts aus Rojava selbst mussten die südkurdische Autonomieregierung, der türkische und der deutsche Staat die Überführung sowie die Beerdigung immer wieder verzögern. Nach der Ankunft in Deutschland wurde der Leichnahm seitens der deutschen Staatsanwaltschaft Karlsruhe beschlagnahmt.

Heute, am 20. August 2015 ist der Leichnam endlich nach über einem Monat freigegeben worden.
Familie und Freunde laden nun dazu ein Kevin Jochim /Dilsoz- Bahar auf seinem Weg zu seiner letzten Ruhestätte zu begleiten.

Lasst uns Kevin im Wirbel der aktuellen Ereignisse nicht vergessen und niemals in Vergessenheit geraten. Kevin Jochim / Dilsoz Bahar lebt in unseren Herzen und Kämpfen weiter.

Beerdigung:
Samstag, 22.08.15 – 10.00 Uhr

Adresse:
Friedhof Grünwinkel/ Durmersheimer Str. 34 a, 76185 Karlsruhe
Anfahrt mit ÖPNV:
Bus Linie 60,62, Haltestelle Blohnstr. und Mörscher Str.

kevin

Betroffen ist einer – Gemeint sind wir alle!

Betroffen ist einer – Gemeint sind wir alle! Solidarität mit Valentin!

Seit Juli dieses Jahres sitzt der Bremer Antifaschist Valentin in U-Haft. Ihm wird vorgeworfen an einer Auseinandersetzung mit Bremer Nazi-Hools beteiligt gewesen zu sein, denen ein Angriff dieser Nazi-Hools vorausging. Die Justiz will hier ein Exempel statuieren und antifaschistischen Selbstschutz delegitimieren. Schon seit Jahren wehren sich antifaschistische Ultras gegen Übergriffe von Nazi-Hools um Standarte Bremen und Nordsturm Brema – und dies erfolgreich.

Wir unterstützen die Bremer Antifas in ihrem Kampf gegen Nazis und Staatsgewalt und erklären uns solidarisch mit Valentin und allen politisch verfolgten Antifas!

Werdet aktiv! Schreibt Valentin in den Knast und zeigt ihm, dass er nicht alleine ist! Unterstützt ihn auch finanziell und spendet!

Spendenkonto:
Rote Hilfe e.V. Ortsgruppe Bremen
IBAN: DE71 2001 0020 0481 9122 06
BIC: PBNKDEFF
Postbank Hamburg
Verwendungszweck: Freiheit für Valentin
Brief schreiben:

Infoladen Bremen
C/O Valentin
St-Pauli-Str. 10-12
28203 Bremen
Doch bitte beachtet, wenn Ihr ihm schreibt, jeder Brief wird von der Polizei auf den Inhalt kontrolliert!

Weitere Infos unter: http://valentin.blogsport.de/

FreeValentin